Sind pflanzliche Proteinpeptide ein vollständiges Protein?

Beyond Biopharma | Häufig gestellte Fragen zu pflanzlichen Proteinpeptiden

Kurze Antwort:Normalerweise nicht allein. Ein vollständiges Protein liefert alle neun essentiellen Aminosäuren in Mengen, die den menschlichen Bedarf decken. Die meisten pflanzlichen Proteinquellen weisen Mängel bei mindestens einer Aminosäure auf: Erbsen und andere Hülsenfrüchte enthalten wenig Methionin, Reis, Weizen und Mais hingegen wenig Lysin. Soja kommt dem von den sechs pflanzlichen Proteinquellen am nächsten. Die Kombination einer Hülsenfrucht mit einer Getreideart, beispielsweise Erbsen mit Reis, ergänzt das Aminosäureprofil. Die Hydrolyse selbst fügt keine Aminosäuren hinzu, sondern verkürzt lediglich die Aminosäureketten.

Was „vollständiges Protein“ tatsächlich bedeutet

Ein Protein gilt als vollständig, wenn es alle neun essentiellen Aminosäuren – Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin – in Mengen liefert, die dem Referenzprofil für die jeweilige Altersgruppe entsprechen. Die Beurteilung erfolgt anhand eines Bewertungssystems wie PDCAAS oder DIAAS, das das Aminosäuremuster des Proteins mit einem Referenzmuster vergleicht und die Verdaulichkeit berücksichtigt. Der Begriff „vollständig“ bezieht sich daher auf das Aminosäuremuster und die Verdaulichkeit des betreffenden Proteins und nicht auf die Pflanze, aus der es stammt.

Wo steht jede der sechs Quellen?

Quelle Erste limitierende Aminosäure Praktischer Hinweis
Erbse Methionin und Cystein Reich an Lysin, passt es daher gut zu Getreide.
Sojabohne Methionin, jedoch in vergleichsweise hohen Konzentrationen Das umfassendste Profil der sechs für sich allein
Reis Lysin Milder Geschmack und gute Klarheit; passt gut zu Erbsen
Weizen Lysin Reich an Glutamin; trägt die Verantwortung für die Glutenkennzeichnung.
Mais Lysin, dann Tryptophan Neutrale Basis, die am besten vom Mischen profitiert
Nussbaum Lysin Geringere Proteindichte; wird zur Positionierung verwendet

Mischen ist die übliche Antwort

Da Hülsenfrüchte und Getreide unterschiedliche limitierende Aminosäuren aufweisen, ergänzen sich die beiden Lebensmittelgruppen. Eine Mischung aus Erbsen und Reis liefert das Lysin, das Reis fehlt, und das Methionin, das Erbsen fehlt. Daher ist diese Kombination in pflanzlichen Proteingetränken und -pulvern so verbreitet. Mischungen können auch aus drei Quellen zusammengestellt werden, um sowohl den Nährwert als auch den Geschmack zu optimieren. Das Mischungsverhältnis ist entscheidend: Die theoretische Ergänzung des Aminosäureprofils ist nur dann sinnvoll, wenn das im Endprodukt verwendete Verhältnis tatsächlich die gewünschten Mengen pro Portion liefert.

Verändert die Hydrolyse die Proteinqualität?

Hydrolyse verkürzt Aminosäureketten; sie erzeugt keine zusätzlichen Aminosäuren. Die Aminosäurezusammensetzung eines pflanzlichen Peptids entspricht daher weitgehend der Zusammensetzung des Ausgangsisolats. Ein Peptid aus einer methioninarmen Quelle bleibt somit methioninarm. Hydrolyse kann jedoch die Geschwindigkeit und Leichtigkeit der Verdauung und Absorption beeinflussen, was sich in den korrigierten Verdaulichkeitswerten des jeweiligen Produkts widerspiegeln kann. Aussagen zur schnelleren Absorption sollten anhand der Herstellerangaben und der marktüblichen Vorschriften für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben überprüft werden.

Wie man eine Angabe zu einem vollständigen Protein liest

Praktische Erkenntnisse

Wählen Sie eine einzige Proteinquelle hinsichtlich Geschmack, Reinheit und Allergenprofil und betrachten Sie die Vollständigkeit als separate Designentscheidung. Soll das Etikett eine vollständige Proteinaussage unterstützen, mischen Sie Hülsenfrüchte mit Getreide und überprüfen Sie das Aminosäureprofil der Mischung. Bestätigen Sie alle Werte und Angaben anhand des Analysezertifikats des Lieferanten, der Spezifikation des Endprodukts und der geltenden Vorschriften am jeweiligen Vertriebsort.

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